AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
18. Dezember 2020

Unsere Anlagestrategie

Unsere Anlagestrategie im Überblick

Aktien

Aktien global: Übergewichten

Die Kombination aus massiven finanz- und geldpolitischen Maßnahmen und der Hoffnung auf eine weltweite Erholung ab dem zweiten Quartal 2021 (angetrieben durch die Einführung wirksamer Impfstoffe) stützt Aktien – trotz der hohen Unsicherheit aufgrund des Wiederauflebens von Corona in Europa und den USA.

Aktien Europa: Übergewichten

Kurzfristig wird diese Anlageklasse durch die zweite Corona-Welle belastet. Die Geld- und Fiskalpolitik (u.a. Wiederaufbaufonds) ist jedoch äußerst expansiv. Interessant sind die Dividendenrenditen, die deutlich über denen von Staats- und Unternehmensanleihen liegen.

US-Aktien: Neutral

Die Ertragslage verbessert sich. Allerdings dürften das schlechte Pandemie-Management und die mögliche fiskalische Klippe der Aufwärtsentwicklung enge Grenzen setzen.

Schwellenländer-Aktien: Übergewichten

Die V-förmige Erholung in China (das Vor-Corona-BIP-Niveau ist längst schon wieder überschritten) und die Hoffnung auf eine De-Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China mit der Wahl Bidens könnte einen Aufholprozess gegenüber der Entwickelten Welt begünstigen. Wir bevorzugen Asien als Region. Es gilt jedoch, die Länder und Sektoren in dieser Region sorgfältig zu selektieren.

Asien-Pazifik-Aktien (Entwickelte Märkte): Neutral

Japans Wirtschaft profitiert von der Erholung Chinas. Premier Suga hat Strukturreformen angekündigt und die Region hat die Pandemie weitgehend unter Kontrolle.

Renten

Renten Global: Neutral

Anleihen werden generell durch die stark expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken unterstützt. Allerdings sind die Bewertungen, insbesondere die der Entwickelten Welt, nicht interessant.

Euro Investment Grade-Unternehmensanleihen: Stark übergewichten

Europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen werden durch die Käufe der EZB (sowohl über das gängige Anleihekaufprogramm CSPP, Corporate Sector Purchase Programme, als auch über das Pandemiekaufprogramm PEPP) sowie die sogenannten Carry Trades (Zinsdifferenzgeschäfte) gut unterstützt. Zuletzt hat die EZB eine weitere Aufstockung des PEPP um über ein Drittel bekanntgegeben. Angesichts der erhöhten Kapitalpuffer der europäischen Banken bevorzugen wir finanziell nachrangige Anleihen.

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen: Untergewichten

Steigende Ausfallraten, bedingt durch die Pandemie, sind in den aktuellen Bewertungen noch nicht vollständig berücksichtigt. Der Mangel an Marktliquidität bleibt ebenfalls ein Problem. Die Anlageklasse wird jedoch durch die Entscheidung der Fed unterstützt, “gefallene Engel” und hochverzinsliche ETFs zu kaufen.

Europäische Staatsanleihen: Untergewichten

Die Geldpolitik der EZB bleibt hyperexpansiv, aber die Bewertungen von Kernländer-Staatsanleihen sind derzeit nicht interessant. Wir bevorzugen Staatsanleihen der Peripherieländer, die von der EZB und dem EU-Wideraufbaufonds unterstützt werden.

Schwellenländer-Anleihen: Übergewichten

Die Suche nach Renditen angesichts des längerfristig niedrigeren Zinsumfelds sowie ein schwächer werdenden USD bieten selektive Kaufgelegenheiten, insbesondere im Hinblick auf Schwellenländeranleihen in Lokalwährung.

Geldmärkte: Untergewichten

Geldmärkte sind nicht interessant. Wir erachten Absicherung gegen Unsicherheit als erforderlich.

Alternative Anlagen: Neutral

Wir präferieren hier liquidere Anlagestrategien.

Rohstoffe

Gold: Übergewichten

Wir erwarten, dass der Goldpreis vor dem Hintergrund niedriger Zinssätze und der monetären Reflationierung der Zentralbanken gut unterstützt bleibt. Darüber hinaus sollte er seine Rolle als „Safe Haven“ immer wieder entfalten können, insbesondere im derzeit unsicheren Umfeld der zweiten Corona-Welle.

Währungen

EUR-USD: Übergewichten

Die sehr akkommodierende Geldpolitik der Fed und die Zwillingsdefizite der USA werden den USD wahrscheinlich weiter schwächen.

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