AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
16. August 2018

Marktumfeld

Das Marktumfeld bleibt herausfordernd. Rückenwind für die Aktienmärkte kommt von den sprudelnden Gewinnen, der Entspannung im transatlantischen Handelsstreit und einer Weltwirtschaft, die noch immer recht solide wächst – wenn auch nicht mehr so dynamisch und synchron wie im letzten Jahr. Die US-Konjunktur boomt zwar und der Euroraum scheint sich nach der Abschwächung im ersten Halbjahr wieder zu fangen. Den Schwellenländern aber machen die Handelskonflikte, der starke Dollar und steigende US-Zinsen mehr und mehr zu schaffen. Vor allem aber flaut der (geo)politische Gegenwind für die Aktienmärkte nicht wirklich ab. Die Liste der Risiken wird eher länger denn kürzer: Trumps Kreuzzug gegen China, seine Russland- und Iran-Sanktionen, die Türkei-Krise und Erdogans Kollisionskurs, die Entwicklungen im Nahen Osten (Syrien und Israel) und nicht zuletzt die Sorgen um Italiens künftige fiskalpolitische Ausrichtung.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

In diesem Spannungsfeld fühlen wir uns mit unserem Bild einer breit angelegten Seitwärtsbewegung bei Aktien nach wie vor recht wohl. Die Märkte dürften die nächsten Monate gut unterstützt sein. Wir sehen noch etwas Aufwärtspotenzial, allerdings keinen nachhaltigen Aufwärtstrend. Störfeuer dürften auch weiterhin von der Politik kommen. Mittelfristig nimmt dann das Enttäuschungspotenzial sukzessive zu – wenn die Marktteilnehmer zunehmende Abwärtsrisiken für die USA und die Schwellenländer einzupreisen beginnen. Wir bleiben in Aktien daher neutral gewichtet. Gleichzeitig haben wir unsere Sektorallokation schon deutlich defensiver ausgerichtet. In europäischen Renten sehen wir nach wie vor kaum Anlagealternativen (sind entsprechend untergewichtet). Ein realer Werterhalt ist hier noch lange nicht möglich. US-Anleihen sind dagegen schon interessant geworden (Renditevorsprung). Allerdings müssen sich Anleger des Wechselkursrisikos bewusst sein – vor allem deshalb, weil die Dollaraufwertung noch nicht ganz ausgelaufen sein dürfte.

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