AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
31. Oktober 2018

Marktumfeld

Bewertungskorrekturen mit baldiger Bodenbildung oder der Auftakt zur nachhaltigen Talfahrt an den Aktienmärkten – das ist die entscheidende Frage nach den jüngsten Börsenbeben. Das fundamentale Umfeld spricht eher für Ersteres. Sicher, wir befinden uns in der Spätphase des globalen Konjunkturzyklus. Ein nachlassendes Momentum und zunehmende Abwärtsrisiken sind da nichts Ungewöhnliches. Allerdings wächst die Weltwirtschaft auch in den kommenden Wochen und Monaten noch solide. In den USA tragen die fiskalpolitischen Impulse das überdurchschnittliche Wachstum bis weit ins kommende Halbjahr. Und in Europa und Japan rechnen wir nach der Sommer-Enttäuschung mit einem veritablen Rebound. Die temporäre Belastungen (Autoproduktion bzw. Naturkatastrophen) dürften wettgemacht werden. Wenn dann aber die unvermeidliche US-Abschwächung auf den Radarschirmen der Anleger aufleuchtet, wird es wirklich ungemütlich für risikobehaftete Anlageformen.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Wann eine zweite Verkaufswelle kommt und die Aktien weltweit endgültig in einen ausgeprägten Bärenmarkt abrutschen, ist aus heutiger Sicht schwer zu terminieren – vielleicht im Frühjahr 2019, vielleicht aber auch früher. Bis daher rechnen wir noch mit sonnigen Abschnitten. Wir würden sie aber eher zu Gewinnmitnahmen oder einer defensiveren Ausrichtung unseres Portfolios nutzen als zu einem nachhaltigen Aufbau von risikobehafteten Positionen. Wir bleiben in Aktien daher vorerst neutral gewichtet und hegen dabei auch keine regionalen Präferenzen. Gleichzeitig haben festverzinsliche Wertpapiere an Attraktivität gewonnen – insbesondere in den USA (Renditehöhe), fallweise aber auch in Europa (Strukturkurve). Den Euro sehen wir zum Dollar vorerst schwach (oder sogar noch schwächer gehen), mittel- bis längerfristig allerdings etwas fester. Gold kann in wiederkehrenden Krisenphasen seinen Absicherungscharakter entfalten, wie die letzten Wochen gezeigt haben. Einen nachhaltigen Aufwärtstrend erwarten wir aber nicht.

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