AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
15. Juli 2019

Marktumfeld

Es war eines der besten Halbjahre für die Anlagemärkte in den letzten 20 Jahren. Die Impulse kamen dabei von den Notenbanken, primär der Fed. Sorgte die Abkehr von der Straffungsneigung schon zu Jahresbeginn für einen regelrechten Höhenflug der Börsen weltweit, machte der jüngste Schwenk hin zu Zinssenkungssignalen und/oder Wertpapierkäufen der Mai-Konsolidierung ein rasches Ende. Zu früh kommt der Kurswechsel nicht. Denn weltwirtschaftlich stehen die Zeichen auf weitere Abkühlung. Im Fokus stehen dabei das Verarbeitende Gewerbe und die Investitionen. Die Schwäche droht auf den Konsum und Dienstleistungen überzuschwappen. Ob die zusätzliche geldpolitische Alimentierung reicht, die globale Abschwächung zu stoppen und Stagnation oder gar Rezession in den USA zu verhindern, bleibt abzuwarten. Wir sind skeptisch. Es fehlt an fiskalpolitischer Flankierung. Aber vielleicht schiebt Donald Trump im Wahljahr ja ein neues Stimulierungs- bzw. Steuersenkungsprogramm nach.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Nach dem spektakulären ersten Halbjahr dürfte die Luft erst einmal raus sein aus den Märkten – nicht nur technisch („too much, too soon“), sondern auch fundamental. Geldpolitisch scheint die „beste aller Welten“ (Notenbank-Put) weitgehend eingepreist, das weltwirtschaftliche Momentum lässt eher nach (ohne allerdings in eine Krise zu münden) und die geopolitischen Risiken werden zumindest vorerst kaum weniger. Bei Aktien erwarten wir für die kommenden Monate eine breit angelegte Seitwärtsbewegung mit zunehmender Volatilität. Neue Impulse sind nicht zu erwarten. Das rechtfertigt keine aggressivere Positionierung. Wir sind und bleiben insgesamt neutral gewichtet, aber defensiv aufgestellt. Auch bei Anleihen scheint das Aufwärtspotenzial weitgehend ausgereizt, zumindest in Europa. Wir bleiben insgesamt untergewichtet. Etwaige Kurs- und Renditechancen in den USA schmälert die Dollarabwertung. Gold wird seinen Absicherungscharakter in einem Portfolio auch weiterhin zeigen. Wir wollen aufstocken. Letzteres gilt auch für hochkarätige Anleihen europäischer Unternehmen und ausgewählter Schwellenländer.

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