AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
31. Oktober 2019

Marktumfeld

Hoffnung machte sich breit an den Finanzmärkten, Hoffnung, dass die geopolitischen Risiken spürbar abnehmen. Allein die Aussicht auf ein Handels- bzw. Brexit-Abkommen sorgte für Stimmung. Geopolitische Entspannung konstatieren auch wir. Für Entwarnung ist es aber noch zu früh. Trump ist gerade in Handelsfragen erratisch und könnte seinen Fokus bald auf Europa verlagern (Autozölle). Und ein einvernehmliches Scheidungsabkommen ist noch lange kein Garant für gedeihliches Auskommen. Die künftigen Beziehungen müssen erst mühsam verhandelt und gelebt werden. Zudem sind Brexit und Handel nicht die einzigen geopolitischen Brandherde. Gleichzeitig nehmen die globalen Konjunkturrisiken weiter zu. Die Misere im Verarbeitenden Gewerbe droht auf den Dienstleistungssektor überzuschwappen. Hier setzen die Märkte ihre Hoffnung auf die Notenbanken. Sie liefern auch. Das zieht ein Sicherheitsnetz ein und wird wahrscheinlich eine weltweite Rezession verhindern, nicht aber eine noch weitergehende synchrone Abschwächung der Weltwirtschaft.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Eine Richtungsentscheidung an den Finanzmärkten waren die letzten Wochen für uns daher noch nicht. Aktien dürften in den kommenden Wochen und Monaten zwar gut unterstützt sein, mehr allerdings nicht. Zwischenzeitlich drohen immer wieder mal Rücksetzer. Erst wenn die geopolitischen Extremrisiken vom Tisch sind, sich die konjunkturellen Vorlaufindikatoren fangen bzw. verbessern und die Märkte ihren Blick zunehmend über die noch synchrone Abschwächung der Weltwirtschaft und die Zinssenkungen hinaus richten, sehen wir wieder Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten. Das aber ist mehr ein Thema für den Verlauf des kommenden Jahres. Zudem bleibt das Aufwärtspotenzial wohl überschaubar. Spiegelbildlich dazu dürfte Anleihen nächstes Jahr Wind ins Gesicht blasen, die Renditen also nach oben driften. Auf kurze Sicht aber erwarten wir eher noch eine breite Seitwärtsbewegung. Bei EUR-USD rechnen wir mit einer Aufwertung, insbesondere mittelfristig.

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