AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
23. Mai 2019

Marktumfeld

Es hätte nach dem starken Jahresauftakt auch ein sonniger Börsenfrühling werden können. Doch dann kam Trump und setzte der Party ein jähes Ende. Sein handels- und geopolitisches Säbelrasseln hat die weltweiten Risiken wieder anschwellen lassen. Der Rechtsruck bei der angelaufenen Europawahl (samt Rückwirkungen auf die Länder), die unsäglich Brexit-Saga und Theresa Mays baldiges politisches Ende akzentuieren die Unsicherheiten zusätzlich. Sie trüben auch das weltwirtschaftliche Umfeld ein (insbesondere in China) und drohen die ersten zarten Konjunktursprösslinge wieder auszutrocknen. Im laufenden Quartal könnte das BIP-Wachstum schon wieder nachlassen – wenn auch primär als Gegenbewegung auf das unerwartet starke Plus in den ersten drei Monaten. Abschreiben wollen wir eine konjunkturelle Festigung (im Sommer) allerdings nicht. Aber auch sie ist kaum mehr als ein letztes spätzyklisches „Aufbäumen“ der Weltwirtschaft. Der US-Abschwung 2020 dürfte im späteren Jahresverlauf seine Schatten vorauswerfen.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Die Konsolidierung ist an-, aber noch nicht ausgelaufen. Dafür sprechen die gestiegenen politischen und ökonomischen Risiken genauso wie die noch immer überhöhten Bewertungen im Verbund mit den eingetrübten Gewinnaussichten. Minuskorrekturen von weiteren 5% sind wahrscheinlich. Die Hälfte der Jahresauftaktgewinne wäre dann wieder abgeschmolzen. Die Konsolidierung verläuft aber nicht gradlinig, sondern in Wellen. Die Volatilität steigt folglich an. Im Laufe des Sommers aber eröffnen wieder gesündere Bewertungen im Verbund mit sich bessernden Frühindikatoren erneutes Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten. Das wäre dann auch der Startschuss für tendenziell steigende Anleiherenditen. Wir erwarten aber keine wirklich ausgeprägte Richtungsdynamik, weder bei risikobehafteten Wertpapieren noch bei risikoarmen Staatsanleihen. Vielmehr dürfte sich die Schaukelbewegung inmitten eines breit angelegten Seitwärtstrends noch bis ins nächste Jahr hinein fortsetzen. Nach dem überaus starken Jahresauftakt könnte das Börsenjahr 2019 unter dem Strich allerdings sehr ordentlich ausfallen.

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