AusBlick

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
30. April 2018

Marktumfeld

Nach dem doppelten Nackenschlag im ersten Quartal sind die Anleger wieder risikofreudiger geworden. Sprudelnde Unternehmensgewinne sowie geo- und handelspolitische Entspannungssignale sorgen für Unterstützung. Hilfestellung kommt auch vom konjunkturellen Umfeld. Nach dem schwachen Jahresauftakt zeichnet sich eine Frühjahrsbelebung ab. In den USA wirken die fiskalpolitischen Impulse noch nach. Die Weltwirtschaft dürfte daher bis weit ins zweite Halbjahr hinein solide wachsen – damit aber auch ihren Zenit erreicht haben. Neue Impulse sehen wir dann nicht mehr. Mittel- bis längerfristig stehen die Zeichen auf konjunkturelle Abflachung. Sorgen bereitet uns die Abschwächung unseres globalen Frühindikators. Der Welthandel scheint an Dynamik zu verlieren. Dazu kommt der anhaltende Rückgang der Geschäftsklimaindizes, selbst wenn das Niveau noch relativ hoch ist.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Das sollte im Verlauf des zweiten Halbjahres die Risikoneigung der Anleger wieder einbremsen. In den kommenden Wochen und Monaten aber bleibt sie gut unterstützt. Aktien haben damit noch Aufwärtspotenzial. Das gilt nicht zuletzt für den Euroraum. Einen Kursschub, also neue Hochs, erwarten wir allerdings nicht mehr. Zwischenzeitliche Kurssteigerungen würden wir daher zum Abbau von Übergewichtungen (z. B. in Japan) nutzen. Zudem fokussieren wir uns auf große (multinationale) Firmen und sind bereits dabei, von zyklischen in defensive Sektoren umzuschichten. Gleichzeitig kommen Renten auf unseren Radarschirm zurück, wenn auch noch nicht die deutschen bzw. kontinentaleuropäischen. Die US-Kurve ist dagegen schon wieder interessanter – nach den jüngsten Renditeschub auch in längeren Laufzeiten. Dafür spricht die vergleichsweise hohe Zinsdifferenz. Allerdings muss man sich des Währungsrisikos bewusst sein. Wer Liquidität anlegen möchte, könnte nach Großbritannien schauen. Anders als Bunds bieten Gilts im kurz- und mittelfristigen Laufzeitsegment eine deutlich positive Rendite auf Endfälligkeit – mit begrenztem Gefährdungspotenzial.

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