AusBlick Mai 2020

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
25. Mai 2020

AusBlick Mai 2020
Marktumfeld

Die Corona-Pandemie scheint ihren globalen Zenit erreicht zu haben. Noch steigen die absoluten Zahlen weiter, die Kurven aber zeigen mehrheitlich schon nach unten. Die „Lockdown“-Maßnahmen werden sukzessive gelockert. Die ökonomischen Folgen von Corona sind trotzdem verheerend – selbst wenn es nicht zu einer zweiten Ansteckungswelle kommen sollte (Risikoszenario). Die Weltwirtschaft steckt mitten in der schärfsten Rezession seit der Großen Depression bzw. Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Die Hoffnung auf eine V-förmige Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte aber lebt. Die gigantischen Hilfsprogramme, bald schon flankiert durch traditionelle Stimulierungspakete, zeigen Wirkung. Die Kreditvergabe steigt bereits. Die Erfahrungen in China, der Welt in Sachen Corona zwei Monate voraus, sind ermutigend. Allerdings wird der aufsteigende Ast des V wohl flacher verlaufen als ursprünglich gedacht. Es könnte noch Jahre dauern, bis die globale Wirtschaftsleistung wieder ihr Vor-Corona-Niveau erreicht hat.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Die Märkte schauen indes nach vorn und haben sich von den ökonomischen Schreckensmeldungen entkoppelt. Aktien konnten weltweit schon fast 60 % ihrer Corona-Verluste wieder wettmachen. Ähnliches gilt für Unternehmensanleihen hoher Bonität. Gleichzeitig sind die Bewertungen, sprich Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder auf bzw. über ihre Vor-Corona-Niveaus gestiegen. Die Märkte setzen also voll auf V. Noch aber ist es zu früh für eine regelrechte Entwarnung. Noch dürften die Analysten ihre Wachstums- und Gewinnprognosen weiter nach unten ziehen. Auch der Handelsstreit poppt wieder auf. Vorerst rechnen wir mit einer volatilen Seitwärtsbewegung mit zwischenzeitlich heftigen Rücksetzern – ohne allerdings die bisherigen Tiefs auch nur annähernd zu testen. Die Aktienmärkte sollten sich im zweiten Halbjahr aber nachhaltig befestigen. Die Vorkrisenniveaus werden wir in diesem Jahr aber wohl nicht mehr sehen. Gleichzeitig bleiben Staatspapiere und Gold als Rückversicherung noch länger gefragt.

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