AusBlick Januar 2020

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
21. Januar 2020

AusBlick Januar 2020
Marktumfeld

2019 war ein glänzendes Anlegerjahr. Der Dank dafür gebührt den Notenbanken. Sie stellten sich vehement gegen die geopolitischen Nackenschläge und die weltwirtschaftliche Schwäche. Hier zeichnen sich Besserungstendenzen ab. Mit der Unterzeichnung des Brexit-Scheidungsvertrags und des Phase 1-Handelsabkommens sind die größten Abwärtsrisiken erst einmal entschärft (nicht aber gebannt). Zusammen mit der anhaltenden wirtschaftspolitischen Alimentierung ist das Balsam für die geschundene Stimmung. Allerdings dürfte es noch etwas dauern, bis sich auch die Realwirtschaft weltweit wieder belebt. Schließlich sollte sich die US-Wirtschaft erst einmal spürbar abschwächen. Der Fiskalimpuls läuft endgültig aus. Das konterkariert die anlaufende Besserung der Industriekonjunktur in Asien. Zudem dürfte die Wachstumslethargie in Europa noch andauern. Für das zweite Halbjahr sind wir dann zuversichtlicher. Im laufenden Konjunkturzyklus wäre dies dann die dritte „Zwischenerholung“ nach den Rückschlägen durch die Eurokrise, der Entschuldung der Schwellenländer sowie dem Handelskrieg.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Geopolitische Entspannung und weltwirtschaftliche Stabilisierung bzw. spätere Belebung dürften letztlich zu einem ordentlichen, wenn auch volatilen Börsenjahr 2020 führen. Auf ein neuerliches Kursfeuerwerk zu setzen, wäre indes verwegen. Die Bewertungen gelten mittlerweile als ambitioniert, vor allem aber lässt die geldpolitische Schubkraft spürbar nach – selbst wenn die Fed und die eine oder andere Schwellenländer-Notenbank noch etwas nachlegen. Damit bleiben auch Anleihen die kommenden Monate gut unterstützt. Ein nochmal kräftiger Renditerutsch bzw. neuerliche starke Kursgewinne sind allerdings kaum mehr zu erwarten. Mittelfristig drohen Staatspapieren sogar Verluste, wenn auch nur moderate. EUR-USD erwarten wir 2020 im Trend fester, Rohstoffe per saldo eher seitwärts. Aktien dürften im laufenden Jahr die anderen Anlageklassen also erneut ausstechen. Immer wieder auflodernde geopolitische Brandherde sollten indes für mitunter heftige Ausschläge an den Märkten sorgen.

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