AusBlick Februar/März 2019

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
04. März 2019

AusBlick Februar/März 2019
Marktumfeld

Es war ein starker Jahresauftakt an den Finanzmärkten. Alle Anlageklassen konnten mächtig zulegen und ihre Dezemberverluste meist mehr als wettmachen. Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit und – zumindest zuletzt – auch eine Brexit-Verschiebung, vor allem aber die Neubewertung der Geldpolitik der großen Notenbanken sorgten für Unterstützung. Angedachte Zinsanhebungen wurden gänzlich ausgepreist, zeitlich nach hinten geschoben oder sogar eine wieder stärker werdende geldpolitische Alimentierungen ins Auge gefasst. Dahinter aber stecken enttäuschende Konjunkturzahlen, nach unten revidierte Wachstumsprognosen (Europa, China), die Sorge vor einem US-Abschwung, hoch bleibende (geopolitische) Unsicherheiten sowie abflauende Inflationsängste.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Daher würden wir den starken Jahresauftakt auch nicht einfach fortschreiben. Ein Richtungsentscheid ist er nicht. Dagegen sprechen allein schon die mitunter heftigen Tagesschwankungen. Der Nachrichtenstrom in Sachen Weltwirtschaft, Handelskonflikte und Brexit dürfte noch wochen- oder gar monatelang für reichlich Nervosität bei den Anlegern und hohe Volatilität an den Finanzmärkten sorgen. Mehr noch, jenseits der kurzlebigen Erleichterungsrallies (technische Erholungen) erwarten wir bei Aktien noch einmal spürbare Minuskorrekturen. Schließlich trüben sich das weltwirtschaftliche und damit auch das Gewinn-Umfeld weiter ein. Trumps handelspolitischer Kreuzzug fordert seinen Tribut. Erst nach einem weiteren Abverkauf sehen wir Chancen auf eine nachhaltige Stabilisierung und erste Erholungstendenzen bei Aktien. Ein exaktes Timing ist indes schwierig. Der ursprünglich für die kommenden Monate erwartete spürbare Renditeanstieg dürfte nach der Neubewertung der Geldpolitik weitgehend ausbleiben. Mittelfristig tendieren die Langfristzinsen dann vor allem in den USA nach unten. Den Euro sehen wir kurzfristig nur noch wenig schwächer, auf mittlere Sicht wieder etwas fester.

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