AusBlick Februar 2020

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
17. Februar 2020

AusBlick Februar 2020
Marktumfeld

Corona bestimmt die Schlagzeilen weltweit. Andere globale Themen wie US-Impeachment bzw. Vorwahlen, das Phase 1-Handelsabkommen oder auch der Brexit rutschten ins zweite Glied. Weltwirtschaftlich sollte Corona im ersten Halbjahr für stärkere Quartalsausschläge sorgen, vor allem in China und Asien. Der Wachstumseinbruch im laufenden Vierteljahr – Chinas Wachstum könnte von 6 % auf 2 % absacken – dürfte aber relativ rasch aufgeholt werden (Corona-V), so zumindest die Erfahrung der SARS-Epidemie 2003. Unter dem Strich sollten die Wachstumsverluste damit überschaubar bleiben, erst recht im weniger tangierten Europa bzw. den USA. Im zweiten Halbjahr regieren dann wohl wieder die ökonomischen Fundamentaldaten. Und die sprechen für eine sukzessive Besserung der Weltwirtschaft – auch wenn die noch weitergehende US-Abschwächung die dann sichtbar werdenden Erholungstendenzen in Asien und Europa abmildern sollte.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Der Ausbruch der Corona-Epidemie bremste den Risikoappetit der Anleger erst einmal spürbar ein. Aktien gaben nach dem starken Jahresauftakt spürbar nach, vor allem in Asien. Auch Industrie­rohstoffe mussten Verluste hinnehmen (Konjunktursorgen). Staatsanleihen und Gold waren dagegen als sichere Häfen gefragt. Aktien aber trotzen mittlerweile dem Virus und sind zuletzt meist sogar auf neue Jahres- oder Allzeithochs gestiegen. Eine Entwarnung wollen wir allerdings noch nicht geben. Schließlich dürften die Bremswirkungen von Corona erst sukzessive in den Stimmungs- und harten Konjunkturzahlen niederschlagen und womöglich Spekulationen über eine harte Landung Chinas nähren. Rückschlagsgefahren also bleiben. Insbesondere aber erwarten wir für die kommenden Wochen und Monate eine höhere Volatilität an den Börsen weltweit. Wir fühlen uns daher wohl mit unserer strategisch neutralen Positionierung. Taktisch können wir uns indes zusätzliche Engagements vorstellen – wenn die Kurse noch einmal spürbar nachgeben sollten. Renten und Gold bleiben vorerst gut unterstützt, der Euro zunächst weiter unter Abwärtsdruck. Mittelfristig sollte das aber sukzessive drehen.

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