AusBlick April 2020

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
09. April 2020

AusBlick April 2020
Marktumfeld

Die Corona-Pandemie sorgt für eine beispiellose Rezession der Weltwirtschaft – eine weit schlimmere als während der Finanzmarktkrise. Was in China begann, trifft Europa und die USA nun mit voller Wucht. Bis Jahresmitte könnte die Wirtschaftsleistung um 25 % geschrumpft sein. Wenn wir in unserem Basisszenario für das das zweite Halbjahr trotzdem eine substanzielle Erholung erwarten, liegt das an den gigantischen geld- und fiskalpolitischen Hilfsprogrammen. Sie schonen das Produktivvermögen, beugen Massenentlassungen vor und legen so die Grundlagen für einen raschen Aufholprozess – wenn die staatlichen Zwangsmaßnahmen ab Juni schrittweise zurückgefahren werden. Es wird dann aber noch dauern, bis die Corona-Verluste aufgeholt sind (asymmetrisches V). Die Risiken sind dabei klar nach unten gerichtet – vor allem wenn es zu einer zweiten Ansteckungswelle kommen sollte.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Risikobehaftete Wertpapiere ließ Corona geradezu taumeln, Industrierohstoffe brachen ein und der Ölpreis drittelte sich sogar – verschärft durch den Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und Russland. Gold konnte indes seinen Sicheren-Hafen-Status nicht so ausspielen wie der Dollar. Dieser legte kräftig zu – wie auch US-Staatsanleihen. Bis die Pandemie ihren Zenit erreicht hat (Mitte/Ende Mai), rechnen wir mit einer hochvolatilen Seitwärtsbewegung an den Finanzmärkten. Dabei könnten Aktien und Unternehmensanleihen durchaus noch einmal spürbar nachgeben. Für das zweite Halbjahr erwarten wir allerdings substanzielle Kursgewinne – ohne die Corona-Verluste in diesem Jahr schon gänzlich wettzumachen. Staatsanleihen bleiben das ganze Jahr über gut unterstützt (noch länger anhaltende Wertpapierkäufe). Neben Rohöl hat auch EUR-USD mittelfristig wieder Aufwärtspotenzial.

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