AusBlick April 2019

Die monatliche Konjunktur- und Markteinschätzung

Der „AusBlick“ bietet Ihnen eine ausführliche Analyse der Ereignisse an den Kapitalmärkten und der Weltwirtschaft. Neben einer Beschreibung unserer Anlagestrategie wird zusätzlich ein aktuelles Fokusthema tiefgreifend analysiert.
17. April 2019

 

AusBlick April 2019
Marktumfeld

Die Märkte sind nach dem rasanten Jahresauftakt in ruhigeres Fahrwasser zurückgekehrt. Das verwundert kaum, schließlich haben sie sich zu weit von den Fundamentaldaten nach oben abgesetzt. Das erste Quartal dürfte eines der wachstumsschwächsten der Weltwirtschaft seit Jahren gewesen sein. Allerdings erwarten wir nach wie vor eine moderate konjunkturelle Zwischenerholung, eine durchaus typische Entwicklung in der Spätphase eines globalen Zyklus. Ein technischer „Rebound“, die Einigung im Handelsstreit, ein deutlich verbessertes Finanzmarktumfeld sowie die staatlich alimentierte Konjunkturbelebung in China unterstützen. Zudem ist das Schreckgespenst eines harten, ungeordneten Brexit erst einmal vom Tisch. Mehr als eine konjunkturelle Zwischenerholung scheint aber kaum möglich. Im späteren Jahresverlauf erwarten wir nämlich die Vorboten eines veritablen US-Abschwungs, der 2020 dann voll durchschlagen sollte. Ihm können sich Europa und Asien nicht entziehen.

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Marktentwicklung & Anlagestrategie

Nachdem die Märkte in unseren Augen zu weit vorgeprescht sind, erwarten wir kurzfristig noch eine Konsolidierungsphase. Die Abwärtskorrekturen bei den Gewinnschätzungen scheinen noch nicht abgeschlossen. Zudem liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder über ihren langjährigen Durchschnitten. Die erfreulichen Kurszuwächse bei Aktien könnten dabei deutlich abschmelzen. Danach aber eröffnen wieder gesündere Bewertungen im Verbund mit sich bessernden Frühindikatoren Spielräume nach oben. Die Aufwärtsbewegung sollte aber überschaubar bleiben. Mehr noch, sie dürfte bereits gegen Jahresende erneut Enttäuschungspotenzial Platz machen. Der US-Abschwung wirft seine Schatten voraus. Eine ähnliche Schaukelbewegung erwarten wir auch bei Renten. Dem jüngsten Renditerutsch sollten wieder etwas höhere Langfristzinsen folgen, bevor sie, insbesondere in den USA, wieder nachgeben. Der US-Abschwung dürfte mittel- bis längerfristig auch dem Euro unter die Arme greifen.

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